Dies ist ein Gastbeitrag von Dirk Kirchberg:
Mitte Mai habe ich für die Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung während des 2. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in München einen Multimedia-Workshop geleitet. Die Stipendiaten, die studienbegleitende Workshops absolvieren, werden so über mehrere Jahre mit allen Mediengattungen und den Rechten und Pflichten von Journalisten vertraut gemacht.
Der Workshop, bei dem mich der erst kürzlich mit dem Axel-Springer-Preis ausgezeichnete freie Journalist und Fotograf Simon Kremer unterstützte, sollte den jungen 15 teilnehmenden Kollegen den sogenannten Echtzeitjournalismus näher bringen. So gestalteten wir zusammen ein Blog und richteten sowohl ein Twitterkonto als auch eine Facebook-Seite ein.
Viele denkbare Darstellungsformen – Interview, Text, Foto- und Audioreportage, Audioslideshow, Video, Flashgrafik, Timelapse – sollten umgesetzt werden. Eine neue Form haben wir dabei auch ausprobiert: Mittels Wordle werteten wir verschiedene Predigten aus. Für mich stand von Anfang an fest, dass die Workshopteilnehmer neben professionellen Audioaufnahmegeräten und DV-Kameras auch Flip-Kameras ausprobieren sollten.
Ich schätze die Flip und habe selbst mittlerweile mehr als 100 journalistische Videos mit Flip-Kameras produziert. Auch bei anderen von mir geleiteten Webvideo-Workshops für Redaktionen kamen Flips bereits zum Einsatz.
Während der fünf Tage des 2. ÖKT drehten die Journalisten fast 50 Videos, zahlreiche davon mit Flip minoHD Kameras. Die Liste der VIPs, die wir dank der Flips filmen konnten, ist ein Who’s Who des 2. ÖKT: Bruder Paulus gehört neben Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse genauso dazu wie Eckhart von Hirschhausen und Marc “Sari” Sahr” von den Wise Guys. Das kurze Video mit Bundespräsident Horst Köhler etwa wurde nur durch die Flip ermöglicht. Während professionelle Kameramänner verschiedener Sender keine Möglichkeit bekamen, den Bundespräsidenten beim Gang durch die Massen zu filmen, gelang es einem Workshopteilnehmer, einige Szenen einzufangen.
Einige der jungen Journalisten waren begeistert von der Bildqualität der Flip-HD-Kameras, ein Workshopteilnehmer bestellte sich sogar noch während des ÖKT eine Flip Mino HD über einen Internetversender direkt ins Hotel. Andere Teilnehmer konnte die “Wackelästhetik” der Flip dagegen nicht überzeugen. Die meisten waren sich einig, dass ein externer Mikrofonanschluss – wie ihn andere Kameras längst anbieten – mehr als wünschenswert wäre. Warum Flip bisher an einem TV-Ausgang festhält und Journalisten fast dazu zwingt, sich nach anderen Lösungen umzuschauen, bleibt mir ein Rätsel. Nichtsdestotrotz hat sich die Flip für mich als ein weiteres journalistisches Werkzeug etabliert.